Hallo,
da ich neu hier bin, muß ich diesen Thread wieder auffrischen!
Ich bin aus Österreich, daher benutze ich vorwiegend die "Exkursionflora von Österreich" (Adler, Oswald, Fischer), allerdings habe ich die neueste Auflage noch nicht.
Von früher habe ich noch einen alten Schmeil, dann die Exkursionsflora von Rothmaler, die" Flora Helvetica" und etliche "Bilderbücher", die manchmal auch gut weiterhelfen.
Mache ich eine Reise, dann kaufe ich meist an Ort und Stelle Literatur, die ich so finde, es sind aber fast immer keine richtigen Bestimmungsbücher.
Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich habe zunehmend Schwierigkeiten beim Bestimmen, speziell unsere Flora von Österreich schildert so kleine Merkmale, daß sich etliche Bekannte eine Stereolupe gekauft haben, um zurechtzukommen.
Aber die sind halt sehr teuer....
Wie geht es Euch damit?
lg, dragis
Was für Bestimmungsliteratur benutzt ihr?
Moderatoren: Sabine, Jule, akw
Re: Was für Bestimmungsliteratur benutzt ihr?
Hallo dragis,
die Exkursionsflora von Österreich vertritt ja den Ansatz Bestimmungsmerkmale a) gegenüber zustellen (was in anderen Flora nicht immer getan wird, da wird Pflanze 1 als behaart beschrieben, bei Pflanze 2 wird keine Angabe gemacht, oder so leidige Formulierungen weniger/mehr usw. benutzt, die ohne das Gegenstück nicht anwendbar sind) und b) die schärfsten Trennmerkmale an den Anfang zu stellen. Das sind dann auch manchmal Mikromerkmale, mit denen die Bestimmung abgesichert wird. So gesehen ist die Anschaffung einer Stereolupe durchaus sinnvoll, mit Beleuchtung ein sehr angenehmes arbeiten. Die Anschaffung lohnt sich (auf gute Qualität achten).
Gruß
Peter
die Exkursionsflora von Österreich vertritt ja den Ansatz Bestimmungsmerkmale a) gegenüber zustellen (was in anderen Flora nicht immer getan wird, da wird Pflanze 1 als behaart beschrieben, bei Pflanze 2 wird keine Angabe gemacht, oder so leidige Formulierungen weniger/mehr usw. benutzt, die ohne das Gegenstück nicht anwendbar sind) und b) die schärfsten Trennmerkmale an den Anfang zu stellen. Das sind dann auch manchmal Mikromerkmale, mit denen die Bestimmung abgesichert wird. So gesehen ist die Anschaffung einer Stereolupe durchaus sinnvoll, mit Beleuchtung ein sehr angenehmes arbeiten. Die Anschaffung lohnt sich (auf gute Qualität achten).
Gruß
Peter
alte Botanikerweisheit: man sieht nur was man kennt
Re: Was für Bestimmungsliteratur benutzt ihr?
Hallo dragis!
Zu Frage eines brauchbaren Binokulars (Stereolupe) schau mal hier nach:
http://forum.pflanzenbestimmung.de/viewtopic.php?f=4&t=4492&p=36488&hilit=binokular#p36488
Gruß von Hermann
Zu Frage eines brauchbaren Binokulars (Stereolupe) schau mal hier nach:
http://forum.pflanzenbestimmung.de/viewtopic.php?f=4&t=4492&p=36488&hilit=binokular#p36488
Gruß von Hermann
Re: Was für Bestimmungsliteratur benutzt ihr?
Hallo,
danke Euch, dann werde ich mich wohl einmal ernsthaft mit dem Thema beschäftigen!
lg, dragis
danke Euch, dann werde ich mich wohl einmal ernsthaft mit dem Thema beschäftigen!
lg, dragis
-
Metta Stefan
- Beiträge: 3
- Registriert: 04.07.2012, 14:55
Re: Was für Bestimmungsliteratur benutzt ihr?
Hallo ...
Diesen Thread mochte ich sehr und will nun meinen Senf dazu geben.
Eigentlich ist doch die Frage "Was ist besser, Schmeil-Fitschen, Oberdorfer, Rothmaler" der falsche Ansatz. Ich hab sie alle drei, und das hat mir schon einige Male geholfen, da die Schlüssel tw unterschiedliche Merkmale abfragen. Ich denke, daß man sich so viele Bücher (auch Bilderbücher) wie möglich anschaffen sollte. Ich hab ein Regal voller Schlüssel bzw. Bildbände und alle immer mal wieder in Gebrauch - dadurch lassen sich Zweifel besser ausräumen.
Ein Wort zum Rothmaler I ... nutzt den irgendwer? Ich halte dieses Buch für schlecht, bzw einige Abschnitte sind viel zu ungenau. Das liegt aber an der zugrundeliegenden Idee: alle Kryptogamen in einem Buch? Das ist reines Wunschdenken und in der Praxis mMn unmöglich. Wie sehr ihr das?
Zunächst: der Adler ist für mich eine Wunderding, war höchste Zeit für so ein Werk! Da macht der Alpenurlaub wieder Spaß ...
Ein Binokular ist eine tolle Sache, hat aber zwei Nachteile:
1) Im Regelfall nicht feldtauglich
2) Geschützte Pflanzen will ich nicht mit nach Hause nehmen, um sie dort unter dem Bino nachzubestimmen. Mein persönlicher Alptraum: Ich sammle eine Pflanze ein, bestimme sie und stelle fest, eine RL1-Art vor mir zu haben
Deshalb geniesse ich die Vorzüge der digitalen Entwicklung, denn auf meinem Laptop sehe ich bei meinen fotographierten Pflanzen Merkmale, die ich mit der normalen Lupe (20x) nicht sehe natürlich nur, falls ich das entsprechende Merkmal überhaupt geknipst habe. Aber mit der Zeit weiß man, was alles abgefragt wird, und bei der heutigen Speicherkapazität tut es ja nicht weh, von einem Pflänzchen fünfzig verschiedene Detailaufnahmen zu machen.
Grüße, Stef
PS.:Noch ein paar Bücher, die ich mag:
Eschrich "Gehölze im Winter"
Godet "Blüten der einheimischen Baum- und Straucharten"
Mitchell "Die Wald- und Parkbäume Europas"
Schubert "Pflanzengesellschaften Mittel- und Nordostdeutschlands"
Engel "Pilzwanderungen"
Fleischhauer" Enzyklopädie der eßbaren Wildpflanzen"
Diesen Thread mochte ich sehr und will nun meinen Senf dazu geben.
Eigentlich ist doch die Frage "Was ist besser, Schmeil-Fitschen, Oberdorfer, Rothmaler" der falsche Ansatz. Ich hab sie alle drei, und das hat mir schon einige Male geholfen, da die Schlüssel tw unterschiedliche Merkmale abfragen. Ich denke, daß man sich so viele Bücher (auch Bilderbücher) wie möglich anschaffen sollte. Ich hab ein Regal voller Schlüssel bzw. Bildbände und alle immer mal wieder in Gebrauch - dadurch lassen sich Zweifel besser ausräumen.
Ein Wort zum Rothmaler I ... nutzt den irgendwer? Ich halte dieses Buch für schlecht, bzw einige Abschnitte sind viel zu ungenau. Das liegt aber an der zugrundeliegenden Idee: alle Kryptogamen in einem Buch? Das ist reines Wunschdenken und in der Praxis mMn unmöglich. Wie sehr ihr das?
dragis hat geschrieben:... benutze ich vorwiegend die "Exkursionflora von Österreich" (Adler, Oswald, Fischer), allerdings habe ich die neueste Auflage noch nicht.
... ich habe zunehmend Schwierigkeiten beim Bestimmen, speziell unsere Flora von Österreich schildert so kleine Merkmale, daß sich etliche Bekannte eine Stereolupe gekauft haben, um zurechtzukommen
Zunächst: der Adler ist für mich eine Wunderding, war höchste Zeit für so ein Werk! Da macht der Alpenurlaub wieder Spaß ...
Ein Binokular ist eine tolle Sache, hat aber zwei Nachteile:
1) Im Regelfall nicht feldtauglich
2) Geschützte Pflanzen will ich nicht mit nach Hause nehmen, um sie dort unter dem Bino nachzubestimmen. Mein persönlicher Alptraum: Ich sammle eine Pflanze ein, bestimme sie und stelle fest, eine RL1-Art vor mir zu haben
Deshalb geniesse ich die Vorzüge der digitalen Entwicklung, denn auf meinem Laptop sehe ich bei meinen fotographierten Pflanzen Merkmale, die ich mit der normalen Lupe (20x) nicht sehe natürlich nur, falls ich das entsprechende Merkmal überhaupt geknipst habe. Aber mit der Zeit weiß man, was alles abgefragt wird, und bei der heutigen Speicherkapazität tut es ja nicht weh, von einem Pflänzchen fünfzig verschiedene Detailaufnahmen zu machen.
Grüße, Stef
PS.:Noch ein paar Bücher, die ich mag:
Eschrich "Gehölze im Winter"
Godet "Blüten der einheimischen Baum- und Straucharten"
Mitchell "Die Wald- und Parkbäume Europas"
Schubert "Pflanzengesellschaften Mittel- und Nordostdeutschlands"
Engel "Pilzwanderungen"
Fleischhauer" Enzyklopädie der eßbaren Wildpflanzen"
Re: Was für Bestimmungsliteratur benutzt ihr?
Hallo,
mittlerweile habe ich mir ein Stereomikroskop der Marke BMS bei einer Wiener Lehrmittelfirma gekauft und bin sehr zufrieden damit.
Es hat Beleuchtung und auch einen Anschluß an den Laptop, man kann Fotos damit machen, was ich eigentlich gar nicht bräuchte. Aber, wer weiß?
Auch den neuen "Fischadler" habe ich mir zugelegt, und bei den Merkmalen, die hier meist angegeben sind, komme ich ohne ordentliche Lupe sowieso nicht aus.
Was die geschützten Pflanzen betrifft: Meist kennt man ja ohnehin die Familie und weiß ungefähr, was man nicht mitnehmen darf.
Und für Gräser und Grasartige ist eine Stereolupe ideal, habe ich festgestellt.
Auf jeden Fall bin ich wieder motiviert zum ordentlichen Bestimmen!
lg, dragis
mittlerweile habe ich mir ein Stereomikroskop der Marke BMS bei einer Wiener Lehrmittelfirma gekauft und bin sehr zufrieden damit.
Es hat Beleuchtung und auch einen Anschluß an den Laptop, man kann Fotos damit machen, was ich eigentlich gar nicht bräuchte. Aber, wer weiß?
Auch den neuen "Fischadler" habe ich mir zugelegt, und bei den Merkmalen, die hier meist angegeben sind, komme ich ohne ordentliche Lupe sowieso nicht aus.
Was die geschützten Pflanzen betrifft: Meist kennt man ja ohnehin die Familie und weiß ungefähr, was man nicht mitnehmen darf.
Und für Gräser und Grasartige ist eine Stereolupe ideal, habe ich festgestellt.
Auf jeden Fall bin ich wieder motiviert zum ordentlichen Bestimmen!
lg, dragis
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