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Atropa bella-donna L.

Tollkirsche (Atropa bella-donna L.)

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Weitere Namen: Schafsbinde, Schwindelkirsche, Teufelsbinde, Teufelskirsche, Waldnachtschatten, Wutbeere
Die glockenförmigen violettbraune BlĂŒten sind innen schmutzig gelb und sitzen einzeln in den Blattachseln.
Die LaubblÀtter sind eiförmig und ganzrandig.
Der Kelch vergrĂ¶ĂŸert sich zur Fruchtzeit und trĂ€gt eine schwarze, runde, glĂ€nzende und saftige Frucht.
Oft findet man an dieser 50 - 150 cm großen Pflanze BlĂŒten, grĂŒne und reife FrĂŒchte gleichzeitig.
Sie kommt in Waldlichtungen und an Waldwegen vor und liebt nitrat- und kalkhaltige Böden.
Die gesamte Pflanze ist stark giftig und enthÀlt die giftigen Alkaloide Atropin, Hyoscyamin und Hyoscin, die beim Menschen Pupillenerweiterung und LÀhmungserscheinigungen hervorrufen, sowie Schwindel, Wahnvorstellungen, Erbrechen udn KrÀmpfe. 3 bis 15 Stunden nach der Einnahme kann der Tod eintreten.
Das auffallendste Zeichen bei einer Vergiftung mit der Tollkirsche sind die großen erweiterten Pupillen, die schon frĂŒh diese Vergiftung anzeigen.
In geringen Dosen werden diese Stoffe heute noch als Anregungsmittel medizinisch verwendet. Ebenso verwendet man Atropa bella-donna in der Augenheilkunde, sowie bei Asthma, starken Schmerzen und bei Magen-Darmerkrankungen.

Merkmale: Die Tollkirsche trĂ€gt glockige, außen braunviolette und innen gelbgrĂŒn gefĂ€rbte BlĂŒten mit 5 BlĂŒtenblĂ€ttern. Die BlĂŒten werden bis zu 3 cm groß und stehen einzeln zwischen den oberen LaubblĂ€ttern.
Diese sind eiförmig und in den Stiel herablaufend. Es stehen meist ein kleines und ein großes Blatt zusammen. Die Pflanze wird bis zu 150 cm hoch.
Die Tollkirsche blĂŒht von Juni - August, danach bildet sie ihre schwarzen, glĂ€nzenden, kirschgroßen Beeren.
Insbesondere Kinder sollte man auf die Unterschiede zwischen einer echten Kirsche und einer Tollkirsche aufmerksam machen.
Die Eßkirsche hat einen Stein, wĂ€hrend in der Tollkirsche einzelne Samen sitzen. Weiterhin hĂ€ngt die Eßkirsche an langen, dĂŒnnen Stielen und hat keinen ansitzenden Kelch. Die Tollkirsche hingegen sitzt an einem recht kurzen, dicken Stiel und hat einen breiten, ansitzenden Kelch..
Standort und Verbreitung: Die Tollkirsche gedeiht an warmen WaldrÀndern, an KahlschlÀgen und auf Lichtungen in Laub- und LaubmischwÀldern. Sie braucht humusreichen und etwas kalkhaltigen Boden.
Man findet sie in Mittel- und SĂŒdeuropa, im Norden bis Nordengland, im Osten bis zur Ukraine.
Giftstoffe, Wirkung und Symptome: Die Pflanze enthÀlt die Alkaloide Atropin, (S)-Hyoscyamin und Scopolamin. Das Atropin, das sowohl in der Tollkirsche wie im Stechapfel vorkommt, ist in Wirklichkeit eine Mischung aus (S)-Hyoscyamin und (R)-Hyoscyamin. Der Giftgehalt der Tollkirsche ist entsprechend des Standortes stark verschieden.
Gerade die Beeren sind fĂŒr Kinder eine große Gefahr. Sie werden, wie schon erwĂ€hnt, leicht mit Kirschen verwechselt und schmecken obendrein noch sĂŒĂŸ.
Die tödliche Dosis liegt bei Kindern zwischen 3 und 5, bei Erwachsenen zwischen 10 und 20 Beeren.
Die typischen Symptome einer Tollkirschenvergiftung sind Pupillenerweiterung (Glanzaugen), fehlendes Erbrechen, trockene, gerötete und heiße Haut. Ferner kommt es zu Trockenheit der SchleimhĂ€ute im Mund- und Rachenbereich, was Sprach- und Schluckstörungen zur Folge hat sowie zu Pulsbeschleunigung.
Bei starker Vergiftung befĂ€llt den Patienten Unruhe, er leidet unter WeinkrĂ€mpfen und Rededrang sowie unter TobsuchtsanfĂ€llen. Bei entsprechender Vergiftung kommt es zur Bewußtlosigkeit und zum Tod durch AtemlĂ€hmung.
Heilwirkung und Medizinische Anwendung: Die Tollkirsche findet medizinische Anwendung in der Augenheilkunde; sie wirkt krampflösend bei Epilepsie und Asthma und wird bei Erkrankungen der Luftwege (Bronchitis, Reizhusten) eingesetzt. Ferner hemmt sie die DrĂŒsensekretion und wird zur Behandlung des Parkin-sonismus genommen. Atropin ist auch ein wirksames Gegengift und wird vom MilitĂ€r als Mittel gegen Nervengas gelagert.
Name: Wegen der Ähnlichkeit der FrĂŒchte mit Kirschen und der Giftwirkung auf den Menschen (Tobsucht), nannte man die Pflanze Tollkirsche.
Weitere Namen waren Teufelskirsche, Wolfsbeere und Dollwurz.
Der Gattungsname Atropa stammt aus der griechischen Sage. Atropa war einer der 3 Parzen, der den Lebensfaden durchschneidet, so wie das auch die Tollkirsche vermag. Der Artname bella-donna heißt schöne Frau, da der Saft der Beeren zur PupillenvergrĂ¶ĂŸerung, somit zu schönen Augen und als Kosmetika genommen wurde.
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